Nicolas Cage

Nicolas Cage

„Manchmal fühle ich mich wie ein viereckiger Pflock.“

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31.08.2014, Venedig. Später Nachmittag auf dem drückend warmen Lido. Nicolas Cage lässt sich keine Anstrengung anmerken, begrüßt mit festem Handschlag und einem „Wie geht es denn?“, das ehrlich, nicht floskelhaft wirkt. Die Tatsache, dass wir nicht zum ersten Mal mit ihm sprechen, erklärt vielleicht auch, warum der Oscargewinner anlässlich seiner Premiere des Dramas „Joe – Die Rache ist mein“ (ab 23.10. auf DVD) einen Einzeltermin gewährt. Es wird ein eingehendes Gespräch über Extremerfahrungen - vor und jenseits der Filmkameras -, Desinteresse an Lob und Kritik sowie seine Lust am Chaos.

Mr. Cage, viele Leute wissen vielleicht nicht mehr, dass Sie einen Oscar haben. Denken Sie selbst noch häufig dran?

Nicolas Cage: Nein, ich reite nicht auf der Vergangenheit rum. Ich habe die Statuette auch nicht zu Hause rumstehen; sie ist irgendwo sicher aufbewahrt. Ich nehme Lorbeeren und Lob nicht ernst – ebenso wenig wie Kritik.

Auch nicht die Kritik, dass Sie Ihr Talent in den letzten Jahren mit zweitklassigen Actionfilmen verschwendet haben?

Nein, wenn ich das Negative akzeptiere, das irgendwo im Internet zu finden ist oder von einem zynischen Rezensenten verbreitet wird, dann wäre es ähnlich, als würde ich den Schmähungen eines bösen Vaters zuhören, der mich fertig machen will. So kann ich nicht funktionieren. Aber ich höre eben auch nicht auf die Leute, die mich mit Lob überschütten, denn sonst würde ich bloß faul werden. Ich muss mich unbequem fühlen. Ich habe mal David Bowie gefragt: „Wie schaffst du es, dich immer wieder neu zu erfinden?“ Und er sagte: „Ich habe mich nie mit dem wohl gefühlt, was ich gerade machte.“ Das habe ich sehr ernst genommen. Du musst dich selbst herausfordern. Das mag nicht immer allen Leuten gefallen, aber wenn man dabei ehrlich ist, dann gibt es die realistische Chance, dass es Anklang findet.

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