Neil Gaiman

Neil Gaiman

„Geschichten können länger bestehen als Steine.“

Fotos:
Leserbewertung:

Zur Person

06.06.2008, Hamburg. Neil Gaiman erzählt gern. Anekdoten, Bilder, Beispiele prägen das, was er bei einer Tasse Kaffee zu sagen hat, bevor er auf den Punkt kommt – und auch seine Mimik teilt stets die Begeisterung für die eigene Arbeit mit: das Erzählen von Geschichten in Graphic Novels.

Mr. Gaiman, was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Comic und einer Graphic Novel?

Neil Gaiman: Es gibt keinen. Es ist ähnlich wie mit Prosa und Büchern: Ein Buch ist eine recht lange Sammlung von Prosa. Der Comic ist ein Medium, das Wort und Bild nutzt; die Graphic Novel ist ein Objekt, das man vermutlich in einem Buchladen bekommt.

Graphic Novel klingt also einfach nur besser.

Ja, es ist eine Marketingkategorie. Mit Comics verbindet man dünne Heftchen, Graphic Novel hört sich nach etwas Wertbeständigem an. Auf der Weihnachtsfeier eines Literaturverlages fragte mich ein Redakteur des Daily Telegraph, was ich mache. Als ich ihm sagte, dass ich Comics wie „Sandman“ schriebe, entgegnete er: „ Neil Gaiman – Sie schreiben doch keine Comics, sondern Graphic Novels!“ (lacht) Ich fühlte mich wie eine Hure, der gerade gesagt worden war, dass sie die Dame des Abends ist.

Ab hier lesen nur GALORE-Abonnenten kostenlos weiter! Eines der vielen Abo-Extras.