Michael Diener

Michael Diener

„Die These vom Aussterben der Religion ist Käse.“

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  • Michael Englert
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Zur Person

17. Dezember 2021, Germersheim. Gut gelaunt empfängt Michael Diener zum Gespräch in seiner noblen Dienstwohnung des Kirchenbezirks in Rheinland-Pfalz. Dielenboden, hohe Decken, Blick auf den historischen Luitpoldplatz. Sein Beruf als Pfarrer der Evangelischen Kirche bringe es mit sich, dass man sich die Wohnung nicht aussuchen könne, sagt er bescheiden, diesmal habe er beim Wohnungsroulette eben großes Glück gehabt. Mit erkennbarer Routine beantwortet er die ersten Fragen zur evangelikalen Bewegung, der er, wenn auch mit deutlicher Distanz zu manchen Entwicklungen, immer noch angehört. Er spricht schnell und präzise, während er sich entspannt auf dem Sofa zurücklehnt. Im Laufe des Gesprächs richtet er sich allerdings immer wieder auf, beugt sich nach vorne, wird lauter. Vor allem dann, wenn es um Evangelikale geht, die seiner Ansicht nach die Bibel falsch lesen, die wissenschaftliche Erkenntnisse negieren oder Menschen ausgrenzen.

Michael Diener, was ist eigentlich „evangelikal“?

Glaube hat immer ein bestimmtes Profil – im evangelischen Glauben ist das nicht anders, und „evangelikal“ ist eines seiner Profile. Das Wort kommt ursprünglich aus dem Amerikanischen und bedeutet übersetzt einfach nur evangelisch.

Wo liegt also der Unterschied zwischen evangelisch und evangelikal?

Evangelikaler Glaube hat sich im Laufe der Zeit zunehmend auf bestimmte Grundbestandteile evangelischen Glaubens gestützt: Evangelikale sind besonders überzeugt von der Zuverlässigkeit der Bibel, betonen eine bewusste Entscheidung für den Glauben und setzen sich mit Evangelisation und Mission dafür ein, dass möglichst alle Menschen das Evangelium kennenlernen.

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