Meikel Mathias

Meikel Mathias

„Man will die eigene innere Unsicherheit durch äußere Wirkungsmacht kompensieren.“

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Zur Person

Meikel Mathias wurde in Deutschland geboren, wuchs in Liechtenstein auf und kam nach Stationen in Luxemburg, der Schweiz und in Polen im Jahr 2008 nach Berlin, wo er Visuelle Kommunikation studierte. Heute arbeitet er als Comiczeichner und Illustrator, gibt Workshops und Lesungen und beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit zahlreichen gesellschaftspolitischen Themen. Seine Werke wurden international ausgestellt, unter anderem im Comic Art Museum in Brüssel.

29. Mai 2026, Berlin. Im Kreuzberger Viktoriapark steht das Nationaldenkmal für die Siege in den Befreiungskriegen, die umliegenden Straßen sind nach den Generälen Blücher, Yorck und Gneisenau benannt. Zu seinen Füßen sitzt Meikel Mathias, der gerade einen Sach-Comic über Männer wie sie geschrieben hat, allerdings aus einer anderen Perspektive. In „Strong Men“ geht es um „die zerstörerische Kraft fragiler Männlichkeit“, die sich nicht nur in den dunkleren Ecken des Internets zeigt, sondern auch inmitten der Gesellschaft. Mathias hat sich mit sogenannten Manfluencern beschäftigt und beobachtet, wie diese Männlichkeit und Frauenfeindlichkeit instrumentalisieren und monetarisieren.

Meikel Mathias, wann haben Sie sich zuletzt wie ein richtiger Mann gefühlt?

Das ist eine interessante Frage, weil die eigene Geschlechtsidentität für mich bewusst nie eine große Rolle gespielt hat. Ich bin mit Schwestern aufgewachsen und hatte immer das Gefühl, dass meine Mutter Wert darauf gelegt hat, uns Kinder nicht unterschiedlich zu behandeln. Ich selbst habe Menschen auch nie danach kategorisiert, was sie ihrem Geschlecht zufolge angeblich erfüllen müssen.

Und doch umgibt uns die Idee von Männlichkeit überall. Ob Herbert Grönemeyer davon singt oder ob es um eine Fernsehwerbung für Duschgel geht.

Das stimmt, aber aus meiner Sicht wird es erst da interessant, wo man bemerkt, welchen Stellenwert es für manche Menschen hat, diesen vorgefertigten Rollenbildern nachzueilen. Dass man unterbewusst von diesen Bildern beeinflusst ist, wurde mir während meiner Arbeit an „Strong Men“ aber natürlich auch immer wieder klar.

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