Marie Kondō

Marie Kondō

„Zu wissen, wo sich Sachen befinden, beruhigt die Seele.“

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Zur Person

27. Mai 2020, Los Angeles. Per Videochat schaltet sich Marie Kondo aus ihrem Haus zu, platziert hat sich die Japanerin vor einer weißen Wand in ihrem Esszimmer, das sie im Zuge der Pandemie auch gerne für Interviews nutzt. Eine Folge ist, dass dort ab und an Sachen herumliegen – was die Meisterin des Aufräumens aber nicht allzu sehr nervt. Im Hintergrund sind immer wieder ihre Kinder zu hören, die teilweise lautstark auf ihre Rechte pochen. Auch das bringt Marie Kondo nicht aus dem Konzept: Mit dem Selbstbewusstsein einer vielbeschäftigten Geschäftsfrau, die für sich eine Nische gefunden hat, erzählt sie von den verschiedenen Arten der Unordnung und erklärt, warum Japaner Gegenständen Dankbarkeit zeigen.

Marie Kondo, wie sieht es gerade um Sie herum aus? Gibt es zudem eine Ecke in Ihrem Zuhause, die mehr Ordnung vertragen könnte?

Die Ordnung bei mir hat grundsätzlich bereits System, aber in letzter Zeit kommt es doch oft vor, dass ich die Filmdrehs auch von zu Hause aus mache. Dabei benutze ich auch das Esszimmer, weil ich hier viel Platz habe – wobei das Zimmer zwischen den einzelnen Aufnahmen schon ziemlich chaotisch aussieht. Ich habe hier zum Beispiel von der gerade abgeschlossenen Aufnahme noch zusammengefaltete Kleidungsstücke herumliegen, die ich zur Veranschaulichung in die Kamera gehalten haben.

Wenn Sie sich in einer solchen Unordnung aufhalten, empfinden Sie dann Tatendrang, werden Sie nervös?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Unordnung. Die erste findet sich genau jetzt in meinem Esszimmer: Es ist zwar gerade etwas unordentlich, aber ich weiß genau, wie ich aufzuräumen habe und wohin die Sachen gehören. Das empfinde ich nicht als stressig. Zumal ich weiß, dass diese Unordnung der gegenwärtigen Situation geschuldet ist, also nur eine temporäre ist. Wenn ich aber zum Beispiel die Küche benutze, die Kinder dieses und jenes wollen und ich dadurch über einen längeren Zeitraum nicht mehr dazu komme, die Küche in Ordnung zu halten, dann werde ich schon mal nervös.

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