Lisa Herzog

Lisa Herzog

„Ohne Arbeit wird es einsam.“

Leserbewertung:

Zur Person

04. Februar 2019, München. Alles ist schlicht, alles ist auf Funktion ausgelegt im Zimmer von Lisa Herzog, Professorin für Politische Philosophie und Theorie an der Technischen Universität in München. Der Schreibtisch, der Besprechungstisch, die Beleuchtung, der Teppich, das Wasserglas – nichts lenkt ab. Glanz kommt von außen, durch die große Fensterfront, von der goldenen Fassade des Lehnbachhauses, wo die Malerei des Expressionismus eine Heimstatt hat. Lisa Herzog will die Arbeit retten – vor den Maschinen, vor der Seelenlosigkeit, vor der Entfremdung, vor der Selbstausbeutung, vor der digitalen Zersetzung. Und: Sie will die Arbeit befreit sehen von den Strukturen von Befehl und Gehorsam. Es geht der 35 Jahre alten Professorin um Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Teilhabe. Als Referenzgrößen grüßen: Marx, Habermas, Hegel.

Frau Herzog Ihr jüngstes Buch heißt „Die Rettung der Arbeit“. Warum Rettung?

Es gibt gefährliche Tendenzen, große technologische Umbrüche stehen bevor. In so einer Situation muss man sich mit einem Gegenstand wie der Arbeitswelt auseinandersetzen und kann nicht einfach hoffen, dass sich alles von selbst zum Besten wendet.

Rettung ist ein konservativer Begriff.

Ich möchte das Positive an der Arbeit retten. Und da muss man das Gegenteil von konservativ sein, indem man sich grundsätzlich fragt: Welche Werte sollen in der Arbeitswelt zum Ausdruck kommen? Wollen wir hierarchische und ungleiche Werte, oder sehen wir Arbeit als etwas, das die Gesellschaft als Ganzes angeht, wo wir die Prinzipien von Gleichheit, Freiheit und Solidarität verwirklichen wollen? Oder aber überlassen wir das Geschehen den sogenannten Arbeitsmärkten und der Dynamik, die durch die digitale Technologie hinzukommt?

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