Leon Löwentraut
„Jeder freischaffende Künstler muss für sich selbst entscheiden, wie er seinen Weg gehen möchte.“
Zur Person
Leon Löwentraut (geboren 1998 in Kaiserslautern) arbeitet als zeitgenössischer Pop-Maler, dessen Bilder weltweit gezeigt und für Summen im fünf- bis sechsstelligen Bereich verkauft werden. Seine Arbeiten zielen auf eine unmittelbare visuelle Beziehung von Bild und Betrachter. In der Vergangenheit sorgte Löwentraut mit spektakulären Auftritten wie beispielsweise einer Anreise zur Vernissage im Helikopter für Aufsehen und polarisierte durch moderne Marketingstrategien. In der ARD-Doku »Leon Löwentraut – Genie oder Einbildung?« gibt der Künstler Einblicke in sein pri-vates Umfeld und seinen Schaffensprozess. Löwentraut lebt und arbeitet überwiegend im Süden Portugals und unterhält ein weiteres Atelier in Mönchengladbach.
6. März 2026, Mönchengladbach. Leon Löwentraut empfängt in seinem Atelier: ein umgebauter Schweinestall mit Fußbodenheizung und großen Industriestrahlern, die von der hohen Decke baumeln und ihm ermöglichen, zu jeder Tages- und Nachtzeit malen zu können. In einer Ecke des riesigen Raumes hat er sich auf einer Art Empore zudem ein kleines Fitnessstudio eingerichtet. Die Handschuhe für das Gerätetraining sollten noch heute ankommen. Auf einem Stehtisch wartet ein Käsekuchen, den er extra für seine Gäste besorgt hat. Löwentraut mag es gerne gesellig. Während des Gesprächs greift er immer wieder zur Zigarette, die er dann in einem riesigen Aschenbecher ausdrückt. »Da passt viel rein«, witzelt er. Seinen Ruf als Enfant Terrible der Kunstwelt will der 28-Jährige hinter sich lassen. In Zukunft soll es einzig und allein um die Kunst und nicht um seine schillernde Persönlichkeit gehen.
Leon Löwentraut, Ihr Name ist eine eingetragene Marke. Wofür steht sie?
Die Frage zielt auf ein Kapitel, das am Anfang meines Weges stand. Heute steht für mich vor allem die Arbeit im Atelier im Mittelpunkt – die Konzentration, die zwischen Maler und Leinwand herrscht. In der Öffentlichkeit kursieren viele Begriffe, die von außen an meine Person herangetragen wurden. Diese aufsehenerregenden Auftritte gehören zu einer früheren Phase. Heute ist für mich die Malerei das Entscheidende.
Trotzdem bleibt Ihr Name eine eingetragene Marke, oder?
Das LL-Logo, also meine Initialen, sind eine eingetragene Marke, ja. Ich verwende sie heute vor allem für Editionen. Früher habe ich damit auch Unikate signiert. 2019 habe ich mich bewusst dazu entschieden, meinen Namen auszuschreiben und das Logo auf den Unikaten zurückzunehmen. Ich unterschreibe inzwischen bewusst Ton in Ton, damit die Signatur zurücktritt und die Arbeit als solche stärker im Vordergrund steht. Diese Entwicklung sieht man zum Teil auch auf meinem Instagram-Account.