Katie Melua

Katie Melua

„Das Leid der Briten existiert nur in der Theorie.“

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Zur Person

4. April 2019, Düsseldorf. Die Bar im obersten Geschoss des 25hours Hotel öffnet exklusiv für das Interview, es ist Vormittag, die Gäste denken noch an Kaffee statt an Cocktails. Im verwinkelten Raum steht allerhand Kram, über den Sesseln schwebt das Modell einer Concorde. Katie Melua fühlt sich wohl in diesem gepflegten Durcheinander. Die Sängerin mit georgischen Wurzeln und nordirischer Vergangenheit braucht nicht viel Anlauf, um über ihre Zeit in Kriegsregionen, das Paradies Belfast, den vergleichsweise unwichtigen Brexit und ihren Nervenzusammenbruch vor einigen Jahren zu sprechen.

Mrs. Melua, wenn ich Sie frage, wo Ihre Heimat ist, wie viele Antworten haben Sie im Sinn?

Drei. Meine erste Heimat ist Georgien, dort bin ich aufgewachsen, dort habe ich meine Kindheit verbracht. Meine Heimat ist auch Belfast, wohin wir gezogen sind, als ich neun Jahre alt war, und wo ich die englische Sprache gelernt habe. Und natürlich London, wo meine musikalische Karriere begann und wo ich seit 15 Jahren lebe. Wobei, eigentlich habe ich heute vier Heimatorte, denn auch die Grafschaft Yorkshire ist heute mein Zuhause, mein Mann kommt von dort, wir haben viele Weihnachtsfeste in Yorkshire verbracht – und wo man Weihnachten feiert, da ist man auch zu Hause.

Was ist mit der Bühne?

Na ja, sie ist mein Arbeitsplatz, auf dem ich ja auch nur vergleichsweise kurz verweile. Eher sind Hotels und Flughäfen eine Art Heimat. Jedoch mit hohem Nervfaktor.

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