Kassandra Wedel

Kassandra Wedel

„Gebärdensprache trägt Schönheit in sich, sie ist Kunst.“

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Zur Person

20. April 2020, München. Kassandra Wedel hat viel Zeit, sie ist es gewohnt, dass Interviews auch mal länger dauern. Die Kommunikation mit der gehörlosen Tänzerin findet ausschließlich über einen Video-Chat statt, dem Gesprächsfluss tut das keinen Abbruch, vielmehr erlaubt diese Gesprächsform pointiert formulierte Antworten. Mit einer Wassermelone als Stärkung für zwischendurch vor sich spricht Wedel über ihre Karriere als taube Tänzerin, ihre schwierige Schulzeit und mangelnde Inklusion von Gehörlosen, um am Ende ihre Vision einer integrierenden Gesellschaft zu formulieren.

Frau Wedel, was ist Ihre erste Erinnerung ans Tanzen?

Konkret erinnere ich mich an den Ballettspiegel in der Tanzschule in Darmstadt. Meiner Mutter war aufgefallen, dass ich mich als Kind sehr gerne bewegte, deswegen schickte sie mich schon mit drei Jahren in die Ballettschule. Nicht an eine solche Situation gebunden, würde ich meine früheste Erinnerung eher als ein Grundgefühl der Bewegung und der visuellen Energie beschreiben.

Wie fühlen Sie diese Energie?

Einerseits sehe ich mich im Spiegel oder beobachte andere Personen beim Tanzen. Aber ich spüre diese Energie auch in mir, indem ich Emotionen oder Gedanken aus meinem Inneren durch das Tanzen zum Ausdruck bringe.

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