Johanna Adorján

Johanna Adorján

„Ich bin kein Diskursmensch.“

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  • Meike Kenn
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Zur Person

15. Juni 2021, München. Johanna Adorján hat sich für eine Woche in ihrer alten Heimatstadt München bei ihren Eltern einquartiert. Das Haus liegt ziemlich genau zwischen Grünwalder und Säbener Straße, doch hält sie es weder mit 1860 noch mit dem FC Bayern: „Fußball ist mir komplett egal.“ Im Garten des Elternhauses singen die Vögel, die Journalistin und Autorin ist gespannt auf das Gespräch, denn eigentlich ist sie es, die als Interviewerin die Fragen stellt. Was sie wiederum manchmal ziemlich gaga findet. Wie auch die deutsche Diskursdichte und das damit einhergehende Lagerdenken. Das Gegenmittel? Ihr neuer Roman „Ciao“, die Geschichte eines Mannes, der es gewohnt war, alles richtig zu machen – doch plötzlich einen Fehler an den nächsten reiht.

Johanna Adorján, warum riechen die U-Bahnen in allen Städten anders?

Darüber habe ich mal mit einem Parfümeur geredet, der mir erklärt hat, dass es an der Verwendung verschiedener Reinigungsmittel liege. Hinzu kommen wohl auch die unterschiedlichen Materialien, die beim Bau zum Einsatz gebracht wurden. In Paris zum Beispiel riecht es sehr eigenwillig.

In München auch, das haben Sie heute in Ihrer Kolumne in der Süddeutschen Zeitung geschrieben.

Ja, in München riecht es nach Matrizen und nach Tinte. Kennen Sie noch Matrizen? Als ich in der Schule war, hat man die noch benutzt, um etwas Geschriebenes zu vervielfältigen.

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