Ivana Chubbuck

Ivana Chubbuck

„Wie könnte es Freude ohne Schmerz geben?“

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  • Lena Giovanazzi
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Zur Person

12. Mai 2017, Berlin. Ivana Chubbuck sitzt in der Lobby des Hotels „The Weinmeister“ in Berlin-Mitte und ermuntert den Interviewer, das Aufnahmegerät ganz nah vor sie zu legen. Lautstärke ist nicht so ihre Sache. Hat sie auch nicht nötig. Auf die 64-jährige Schauspiel-Trainerin, die in Los Angeles die Chubbuck Studios gegründet hat, hören Hollywood- und Showbiz-Größen wie Brad Pitt und Beyoncé Knowles. Kein Wunder, denn die Frau mit der rauchigen Stimme strahlt auf angenehme Art aus, dass sie sehr genau weiß, wo’s langgeht.

Mrs. Chubbuck, Sie bringen mit Ihrer Methode einem Schauspieler bei, Schmerz in Kraft zu verwandeln. Sie selbst kommen aus einer ziemlich kaputten Familie. Glauben Sie, dass Ihr Lebensweg anders verlaufen wäre, wenn Sie eine normale, glückliche Kindheit gehabt hätten?

Schwer zu sagen. Alles, was ich weiß, ist, welcher Weg hinter mir liegt. Ich kann schlecht in der Zeit zurückreisen, um den Lauf der Dinge zu verändern. Ursprünglich wollte ich Ärztin werden, aber ich hatte einfach zu viele Gedanken im Kopf, die ich in diesem Beruf nicht hätte ausdrücken können – eben wegen meiner unglücklichen Kindheit, wegen all des körperlichen und psychischen Missbrauchs, wegen einer verrückten Mutter, die gehamstert hat und eine pathologische Lügnerin war. Das ist die Kindheit, die ich kenne.

Haben Sie damit vollkommen abgeschlossen?

Man kann die Vergangenheit nicht verändern. Es kommt darauf an, wie man mit ihr umgeht, wie man sie benutzt, um ein besserer, erfolgreicherer Mensch zu werden. Und mit Erfolg meine ich nicht Geld. Sondern erfolgreich in Beziehungen zu sein, sich die Leidenschaft zu bewahren, die eigenen Träume zu verfolgen, ohne Angst. (überlegt) Tatsächlich könnte ich wohl nicht die Lehrerin sein, die ich bin, wenn ich eine glückliche Kindheit gehabt hätte.

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