Hugo Egon Balder

Hugo Egon Balder

„Wir brauchen eine neue deutsche Albernheit.“

Fotos:
  • Katrin Binner
Leserbewertung:

Zur Person

16.06.2016, Frankfurt am Main. Pünktlich um 16 Uhr trifft Hugo Egon Balder im Bistro des Theaters Die Komödie ein. Seinen Gast begrüßt er mit einem flapsigen „Guten Morgen“ und ärgert sich erst einmal, den Termin auf diese Zeit gelegt zu haben. „Jetzt spielt doch England gegen Wales! Ach, eigentlich ist es wurscht.“ Das Angebot, erst einmal die EM-Partie zu schauen, schlägt Balder aus. Für das anschließende Gespräch nimmt er sich viel Zeit und spricht über die KZ-Vergangenheit seiner Mutter, seinen Unmut über Pegida und warum selbst eine Tortenschlacht das Fernsehen nicht mehr retten kann.

Herr Balder, Sie sagten einmal, dass Sie völlig pragmatisch seien, es bevorzugen, alles möglichst schnell abzuhandeln und langes Gerede hassen. Ist die Aussicht auf ein längeres Gespräch eine Tortur für Sie?

Nein, das bezog sich vornehmlich auf Produktions-Meetings beim Fernsehen. Wenn ein Gespräch interessant ist, kann es gerne Stunden dauern. Bei Meetings hingegen sitzen viele Leute rum, von denen man oft gar nicht weiß, weshalb sie überhaupt da sind, während sowieso nur maximal zwei etwas sagen. Solche Sitzungen können unfassbar öde sein.

Welche Fragen lösen bei Ihnen Langeweile aus?

Wenn eine halbe Stunde über Änderungswünsche für die nächste Sendung diskutiert wird, obwohl noch gar nicht feststeht, ob es überhaupt ein nächstes Mal geben wird. Ganz generell habe ich bei der Hälfte aller Meetings hinterher das Gefühl, dass man alles auch am Telefon hätte klären können. Ich denke mir dann immer: Kinder, kommt auf den Punkt.

Ab hier lesen nur GALORE-Abonnenten kostenlos weiter! Eines der vielen Abo-Extras.