Howard Carpendale

Howard Carpendale

„Cool zu sein ist meine Natur geworden.“

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Zur Person

02.09.2009, Berlin, Hotel de Rome. Schwarzer Blouson, Jeans und lackschwarze Sneaker mit Goldkante. Dazu eine Designer-Sonnenbrille in der Hand, mit der man Aussagen schwungvoll betonen kann. Und diese Pose: cool, glaubwürdig, souverän, mit einem Zucken der Augenbraue vielsagender als ein Sack voll Redenschreiber - Howard Carpendale gegenüber zu sitzen macht irre Spaß. Zuhören auch, wenn er in unnachahmlich kultiviertem Akzent erzählt: über Gestern und Heute, aggressive Fans und das schlechte Image des Gassenhauers, Computer-besessene Söhne und den Sex- und Rock’n’Roll-Faktor der Schlagerbranche. Beim Eintreten werden Termine diskutiert, man redet auf Carpendale ein. Der ruht gelassen, hört zu, manches schmeckt ihm nicht. Einzelne Worte genügen, um das klar zu stellen. Selbst der Pate könnte ökonomisch dosierte Gelassenheit nicht überzeugender ausstrahlen. Da drängt sich die Einstiegsfrage auf.

Herr Carpendale: Was ist das Geheimnis dieser pathologischen Gelassenheit, die Sie ausstrahlen?

Howard Carpendale: Das Geheimnis ist, sich selber nicht als so wahnsinnig wichtig anzusehen. Das tue ich auch als sogenannter Prominenter. Ich komme von der Bühne runter und dieser Held, der man in diesem Moment ist, ist bei mir nicht mehr drin. Es ist weg. Ich bin Howard Carpendale, ich geh mit meinen Jungs Poker spielen und lebe eigentlich ein recht normales Leben. Auch Sport war für mich ein wichtiger Faktor, dort lernt man Siegen und Verlieren. Gerade eine Sportart wie Golf, da lernt man unglaublich gut, demütig zu sein. Da macht man einen Schlag und denkt: ‚Wow, den hätte Tiger Woods auch nicht besser machen können’, und der nächste Schlag ist, als ob man noch nie dieses Spiel gespielt hat. Es liegt auch ein bisschen daran, dass ich schon als Zwölfjähriger in meiner Umgebung sehr bekannt war durch meinen Gesang und die Tatsache, dass ich als Sportler viel Erfolg hatte. Das ist eigentlich eine Gewohnheitssache.

Was bedeutet es Ihnen, ‚cool’ zu sein?

Es ist meine Natur geworden. Ich mag coole Menschen – ich habe weder für aufgeregte Leute noch für Leute ohne Leidenschaft viel übrig. Wenn es ein richtiges Plus gibt in meinem Leben, dann ist es die Art, wie ich relativ cool reagiere, auch in Situationen, die vielleicht sehr brenzlig sind.

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