Hermann Nitsch

Hermann Nitsch

„Kunst hat nichts mit Nachrichten zu tun.“

Leserbewertung:

Zur Person

16. März 2019, Ingolstadt. Hermann Nitsch hat den Stuhl mit Rücken zur Wand gewählt. Der legendäre wie umstrittene Wiener Aktionskünstler, dessen blutige Orgien die Tierschützer wie die Kirchen auf die Barrikaden bringen, ist streng schwarz, beinahe jesuitisch gekleidet. Noch sechs Stunden bis zur Ausstellungseröffnung im Alf-Lechner-Museum. Der Künstler lässt sich von seinem Hofstaat aus Gehilfen, Freunden, Mitarbeitern, Kuratoren mit „Nitsch“ anreden. Er dirigiert den Interviewer ins Vis-à-vis, in den unmittelbaren Augenkontakt. „Ich will mir nicht den Hals verrenken bei Ihren Fragen.“

Herr Nitsch, was erzählt Ihnen der Raum, in dem wir dieses Gespräch führen?

Den habe ich sehr gern. Ich liebe überhaupt Fabrikarchitektur, weil es oft eine sinnvolle Architektur ist, die ihren Zweck erfüllen muss und nicht die Eitelkeit des Architekten bedient.

Eignen Sie sich Räume an?

Wo ich ausstelle, dort will ich einen Tempel entstehen lassen. Ich möchte den Raum verwandeln. Ich möchte ihn durch mein Denken, durch meine Kunst bestimmen. Ich habe in meinem Leben Hunderte von Ausstellungen gemacht. Hunderte. Und wenn man ausstellt, muss man ein Gefühl für den Raum haben.

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