Hella von Sinnen

Hella von Sinnen

„Jungs lachen über andere, Mädchen können auch gut über sich selbst lachen.“

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Zur Person

Hella von Sinnen (geboren am 2. Februar 1959 als Hella Kemper in Gummersbach) bewarb sich nach ihrem Abitur erfolglos bei einigen Schauspielschulen, bevor sie sich dazu entschloss, in Köln Theaterwissenschaften, Germanistik und Pädagogik zu studieren, das Studium jedoch nicht beendete. 1980 gründete sie gemeinsam mit Dada Stievermann und Dirk Bach, mit dem sie bis zu dessen Lebensende eng befreundet war, die Kabarettgruppe „Stinkmäuse“. Mit dem TV-Format „Alles Nichts Oder?!“ erlangte sie an der Seite von Hugo Egon Balder größere Bekanntheit. Als Ensemblemitglied erhielt von Sinnen mit ihren Mitstreitern für „Genial daneben – Die Comedy Arena“ die Goldene Romy für die beste Programmidee. Neben ihrer Tätigkeit als Moderatorin und Entertainerin tritt sie auch als Synchronsprecherin in Erscheinung. Für ihren neuen Podcast „Gestatten, von Sinnen“ lädt sie Gäste ein, um mit ihnen ins Plaudern zu geraten. Hella von Sinnen setzt sich für die Rechte von Frauen und Homosexuellen ein und lebt in Köln.

07. Juli 2026, Köln. Hella von Sinnen nimmt kein Blatt vor den Mund. Auch nicht, wenn ihr Interviewfragen völlig absurd erscheinen. Antworten gibt sie trotzdem – mal mit unterhaltsamen Anekdoten aus ihrer Kindheit, mal nachdenklich, mal aufbrausend und wortkarg. Im Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“, der am Abend Kinopremiere feiert, spricht sie neben anderen humorbegabten Frauen wie Maren Kroymann, Esther Schweins, Bettina Böttinger und Gaby Köster über ihre Erfahrungen in der männerdominierten Medienlandschaft der Neunzigerjahre, als sexistische Sprüche und Witze an der Tagesordnung waren. Doch Hella von Sinnen hat sich ihr ganzes Leben lang nicht unterbuttern lassen. Wem sie ihr großes Selbstvertrauen zu verdanken hat, was ihr in diesen unbeständigen Zeiten die größte Angst macht und in welcher Hinsicht sie hofft, dass Oliver Polak recht behält, besprechen wir am Telefon.

Hella von Sinnen, Sie interessieren sich für Astrologie. Wie wurde Ihr Interesse geweckt?

Das habe ich von meiner Mutter. Sie hatte die „Astrowoche“ abonniert, eine sehr auflagenstarke Zeitschrift zum Thema, und hat dann oft Menschen nach Sternzeichen kategorisiert. Ich fand das schon als Kind spannend und habe mit zwölf Jahren jeden, dem ich begegnet bin, nach dem Sternzeichen gefragt. Ich behaupte gerne, dass ich ein kleines Karteikästchen mit zwölf Sternzeichen-Fächern in meinem Herzen habe. Aber ich merke auch, wenn jemand in ein solches nicht richtig reinpasst. Da ist die Astrologie dann ja auch pfiffig, weil sie auf Aszendenten oder andere Konstellationen ausweichen kann, sodass sie am Ende doch recht hat. Unabhängig davon ist die Astrologie ein schönes Hobby, das mir schon öfters bei spontanen Konversationen geholfen hat.

Inwiefern zum Beispiel?

Du hast immer so einen kleinen Joker im Gepäck, über den du gut ins Gespräch kommst. Ich bin früher gerne allein ausgegangen, habe mich in die Kneipe gesetzt, mein Bierchen getrunken und mein Zigarettchen geraucht. Dann kam ich an der Bar mit jemandem ins Gespräch, und wenn ich dann irgendwann wie aus der Pistole geschossen gefragt habe: „Entschuldigen Sie mal, sind Sie eventuell ein Zwilling?“, war das ein kleiner Überraschungsmoment.

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