Frederick Lau

Frederick Lau

„Ich habe keine Sehnsucht nach Normalität.“

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  • Jonas Holthaus
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Zur Person

Frederick Lau (geboren 17. August 1989 in Berlin) stand bereits als 10-Jähriger vor der Kamera. Einem größeren Publikum wurde er 2008 als Schüler Tim in der Kinoproduktion »Die Welle« bekannt. Seither zählt Lau zu den markantesten Gesichtern des deutschen Films und Fernsehens. Er überzeugte unter anderem im preisgekrönten One-Take-Thriller »Victoria«oder in der Gangsterserie »4 Blocks. Für seine Rollen wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis für seine Darstellung in »Victoria«. Mit seinem Schauspielkollegen und Freund Kida Khodr Ramadan veröffentlichte Lau 2018 das Buch »Zusammen sind wir Könige«, in dem sie sich dem Thema Freundschaft widmen. Seit 2015 ist er mit der Moderatorin Annika Lau verheiratet. Das Paar hat drei Kinder und lebt in Berlin.

10. März 2026, Berlin. Für Frederick Lau sind es anstrengende Tage, denn er hat sein Mobiltelefon verlegt. Irgendwo im Haus muss es sein, aber er weiß partout nicht wo. Selbst klingeln lassen scheidet aus, denn der Akku ist leer. Anrufe, Textnachrichten, Mails – nichts erreicht ihn im Moment und am nächsten Tag steht eine Reise an. Dennoch wirkt er bei unserem Zoom-Call zwar ein wenig zappelig und ruhelos, was bei ihm laut eigener Aussage normal ist, aber gleichzeitig doch entspannt und zugewandt. Rasch entwickelt sich eine fröhlich mäandernde Plauderei wie unter Kumpels am Tresen einer Steglitzer Kneipe. Und so reden wir über echte Freundschaft, das Erlangen von Weisheit, über Ungeduld, Vergangenheit und Gegenwart.

Frederick Lau, in der Netflix-Serie „Crooks“ spielen Sie die Figur des Charly, Ihr Kollege Christoph Krutzler ist Joseph. Sie sind zwei Typen, die sich zunächst gar nicht leiden können und als unfreiwillige Gangster auf der Flucht durch Europa zu Buddys werden. Ist das zwischen Charly und Joseph eine Männerfreundschaft?

Ja, auf jeden Fall, auch wenn es anfangs nicht so wirkt. Für mich heißt Männerfreundschaft, dass man füreinander einsteht, egal in welcher Situation, und dass man diesen Menschen so annimmt, wie er ist – in jedem Zustand. Dass man sich bewusst für den anderen entscheidet, ihm eine bedingungslose Liebe entgegenbringt. Was wiederum nicht heißt, dass man alles richtig findet, was er macht.

Mögen Sie den Begriff der Männerfreundschaft?

Man kann auch einfach Freundschaft sagen, das finde ich schöner. Schließlich kann eine Freundschaft zwischen Frau und Mann auch wie eben beschrieben funktionieren. Allerdings kann ich mit Männern über andere Sachen reden und womöglich auch sprachlich etwas weniger vorsichtig sein. Wichtig ist, dass ich mich nicht verstellen muss. Das ist für mich die Essenz von Freundschaft. Und das geht sowohl mit Männern als auch mit Frauen.

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