Frank Schätzing
„Bowie war mein Lichtstrahl in der Dunkelheit.“
Zur Person
Frank Schätzing (geboren am 28. Mai 1957 in Köln) verbrachte eine unbeschwerte Kindheit und entkam mit Hilfe von David Bowie den Mühen der Gymnasialzeit. Nach dem Abi studierte er Kommunikationswissenschaft, arbeitete erfolgreich in der Werbebranche. Sein erster Roman „Tod und Teufel“ (1995) spielt im mittelalterlichen Köln und wurde zunächst vor allem in der Domstadt ein Erfolg. Nach weiteren Köln-Krimis entwickelte sich sein Wissenschafts-Thriller „Der Schwarm“ (2004) zum Weltbestseller. Es folgten die Thriller „Limit“ über die Nutzung des Mondes, „Breaking News“ über Israel und „Die Tyrannei des Schmetterlings“ über Künstliche Intelligenz. Sein Sachbuch „Was, wenn wir einfach die Welt retten?“ gibt Impulse für das Handeln in der Klimakrise. Schätzing war schon als Schüler auch als Gitarrist, Sänger und Songwriter aktiv. 2019 erschien das erste Album unter dem Projektnamen Taxi Galaxi. Aktuell arbeitet er an neuen Songs, die unter seinem eigenen Namen erscheinen werden. Frank Schätzing lebt mit seiner Frau in Köln.
6. Oktober 2025, Köln. Das 25hours Hotel im Gereons-Viertel ist ein perfekter Ort für ein Interview mit Frank Schätzing. Die Einrichtung ist retro-futuristisch, zwischen Remote-Arbeitsplätzen steht eine Astronautenfigur, es gibt einen Bereich mit Plattenspieler und Schallplatten, dazu einen Flipper-Automaten mit dem Konterfei von David Bowie. In dieser Umgebung fühlt sich der Bestseller-Autor direkt wohl. Zumal er mit „Spaceboy“ gerade ein Buch über Bowie fertiggestellt hat, das allerdings zu gleichen Teilen auch von Schätzing selbst handelt. Im Konferenzbereich des Hotels entwickelt sich bei heißer Schokolade ein Gespräch über die Funktion von Idolen und die Botschaft, die Bowie 1969 einem schmächtigen Kölner Jungen vermittelte – ohne es zu wissen.
Frank Schätzing, warum ist es gut, Idole zu haben?
Idealerweise, um sein Leben besser zu leben. Idole bringen aber nichts, wenn man nur auf die Oberfläche schaut. Auf Geld, Erfolg und Schönheit. Das führt zu Frust, weil man dem Idol beständig hinterherhinkt. Im schlimmsten Fall wird man zum Abklatsch.
Heißt im Umkehrschluss: Wer sich keine Idole sucht, dem fehlt ein Kompass dafür, sein eigenes Leben zu gestalten?
Da bin ich mir gar nicht so sicher. Man kann Idolen kaum ausweichen, beginnend mit Gott. Ich persönlich fremdele mit Göttern. Dennoch bin ich nicht orientierungslos durchs Leben gestolpert.