Frank Goosen

Frank Goosen

„Das einzige, was früher besser war, sind die eigenen Augen und Gelenke.“

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Zur Person

Bochum, 02.02.2016. Wir treffen Frank Goosen in der Trinkhalle Ruhrgebeat, einem Geheimtipp im Kortländer Kiez. Das kleine Lokal mit Rundum-Schaufenster und aus Paletten gebauten Möbeln bietet ausschließlich Biersorten kleiner bis kleinster Familienunternehmen an. Heute Abend veranstaltet die Bieragentur DO eine Verkostung frisch importierter Tropfen aus Litauen. Draußen verbreitet klammer Bindfadenregen echte Ruhrpott-Stimmung. Dem Schriftsteller ist trotz anregender Biersorten wie „Skills in Pils“ oder „Bergmann“ eher nach heißem Cappuccino zumute. Zwischen uns liegt eine Landkarte, in der ein Kreis rund um das Ruhrgebiet gezogen ist.

Herr Goosen, Sie gelten als der Heimatautor Bochums im Speziellen und des Ruhrpotts im Allgemeinen. Lassen Sie uns über Orte sprechen, die in alle Himmelsrichtungen mindestens hundert Kilometer entfernt davon liegen.

Das gefällt mir. Schauen wir mal auf der Karte, was im Osten an diesen Kreis grenzt. Okay, das ist Paderborn.

Was fällt Ihnen zu der Stadt ein?

Wie fast jede Stadt im Land kenne ich Paderborn von einem Auftritt, in diesem Fall auf der Hinterbühne des örtlichen Theaters. Das ist schon eine ganze Weile her. Meine typischere Erfahrung ostwestfälischer Mentalität liegt nicht so weit zurück. Ein Auswärtsspiel des VfL Bochum beim SC Paderborn in der Zweiten Liga. Ich gehe im VIP-Bereich pinkeln und belausche auf der Toilette zwei Sponsoren oder Partner von Paderborn. Einer sagt: „Mensch, das Tollste wäre jetzt ein dritter Platz und dann in der Relegation gegen den Hamburger SV zu verlieren.“

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