Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach

„Alle wird man nie erreichen können, die Vernünftigen schon.“

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  • Tom Wagner
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Zur Person

29.09.2013, Berlin. Ein italienisches Café in Charlottenburg, Treffpunkt vieler Künstler. Hier gibt Ferdinand von Schirach alle seine Interviews. Der Schriftsteller und Strafverteidiger sitzt schon bei Kaffee und Zitronenwasser am Tisch. Draußen, wo geraucht werden darf. Gutgelaunt begrüßt er den Gast: „Willkommen in meinem Büro“. Von Schirach wirkt aufgeräumt und gespannt.

Herr von Schirach, sagen Sie in Interviews eigentlich die Wahrheit?

Ferdinand von Schirach: Natürlich.

Wo würde die Lüge beginnen?

Die Lüge beginnt immer dort, wo man sich als jemand darstellt, der man nicht ist. Das mache ich schon deshalb nicht, weil es sich langfristig nicht durchhalten ließe. Es wäre doch auch albern, vielleicht bin ich dafür auch zu langweilig und bürgerlich. Warum sollte man das überhaupt tun als Schriftsteller? Das ist das Problem mit Lügen: Man muss schon sehr intelligent sein, um sie dauerhaft aufrecht zu erhalten. Mir wäre es zu viel Aufwand.

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