Eva Ries

Eva Ries

„Ich habe manchmal den Mut der Verzweiflung.“

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  • Marvin Ruppert
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Zur Person

4. September 2025, New Jersey. Eva Ries ist geschäftlich in den USA. Als selbstständige Musikmanagerin hat sie Meetings in New York, wo sie zwei ihrer Künstler vertritt: die Rockband Cosmodrome und die Boygroup Elevator Boys. Mit Pop-Bands hatte Ries bislang wenig Berührungspunkte, doch mit Männern in einer Band kennt sie sich aus. Als Label-Managerin begleitete sie jahrelang den Wu-Tang Clan, eine der bekanntesten Rap-Bands der Welt, und übernahm in dieser Rolle auch Aufgaben, die nicht vorgesehen waren. Per Videocall berichtet sie von ihrem ungewöhnlichen Weg ins Musikbusiness; davon, wie sie Udo Lindenberg aufgelauert hat, wie sie sich als Frau in einem männerdominerten Business durchsetzte und von ihrer intensiven Zeit mit dem Wu-Tang Clan, von der auch die NDR-Dokumentation „Evil E“ erzählt.

Eva Ries, Sie arbeiten seit mehr als drei Jahrzehnten als Managerin in der Musikbranche. Was muss eine Band mitbringen, damit Sie mit ihr zusammenarbeiten?

Am wichtigsten ist, dass ich Potenzial für die Zukunft sehe und dass die Band Charisma und eine Vision hat, die sie mir glaubhaft vermitteln kann. Wenn ich der Meinung bin, dass wir das umsetzen können, dann sage ich zu. Ich bin schon so lange in diesem Business, dass ich erkenne, was funktionieren kann, was Potenzial hat und interessant ist oder auch nicht.

Die Musikindustrie kann schnelllebig sein: Eine gute Idee von heute ist morgen vielleicht schon nicht mehr so viel wert.

Das stimmt! Wir haben in der Musikindustrie zudem das Problem, dass es mittlerweile sehr viele Musikgenres, Bands und Künstler gibt, die um die Aufmerksamkeit der Fans und Follower konkurrieren. Durch das Internet und Social Media ist alles noch schnelllebiger geworden. Die Konsumenten wissen bei diesem Überangebot gar nicht mehr, was sie sich anhören sollen. Das ist schade, auch weil sich kaum jemand mehr mit einem kompletten Album befasst. Ich komme aus einer Welt, in der man Musik noch ganz anders konsumiert hat.

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