Eric Wrede

Eric Wrede

„Trauer ist eine Aktivität.“

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Zur Person

19. September 2018, Berlin. Wer im Internet eine Bildersuche nach Bestattern startet, bekommt eine Reihe von ernst blickenden Männern in akkuraten Anzügen gezeigt, die sich neben teuren Holzsärgen oder schwarzen Kastenlimousinen positionieren. Eric Wrede wirkt anders: lockeres Outfit, Tätowierungen, Bart. Als Quereinsteiger baute sich der ehemalige Musikmanager ein Bestattungsunternehmen im Stadtteil Prenzlauerberg auf. Sein Ziel: Diese Arbeit anders machen, näher am Leben, daher auch der Name seines Instituts: „Lebensnah Bestattungen“. Ein Gespräch darüber, warum Tod und Trauer in Deutschland lieber wegorganisiert werden, als dass man sich dem Unvermeidlichen stellt.

Herr Wrede, träumen Sie als Bestatter nachts von Ihrem Beruf?

Ehrlicherweise nie. Wenn es so wäre und ich beginnen würde, von Toten zu träumen, dann würde ich diesem Umstand mit Respekt begegnen.

Warum? Sänger träumen ja zum Beispiel auch davon, dass ihre Stimme auf der Bühne versagt.

Schon, aber der Tod im Traum ist noch mal was anderes, das ist schon noch intensiver und Respekt einflößender. Wobei es schon Fälle gibt, bei denen ich merke, dass diese Geschichten bis ins Unterbewusste vordringen, und dann ist es sicher automatisch so, dass ich sie auch in meinen Träumen verarbeite.

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