Dominik Graf

Dominik Graf

„Der Job hat so viele Gesichter, dass der Begriff Regisseur nicht mehr stimmt.“

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  • Enno Kapitza
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Zur Person

11. April 2025, München. Dominik Graf sitzt an einem Tisch der Osteria Alpenhof im Ortsteil Giesing. Er wohnt in der Nähe und ist früher mit seiner Familie häufiger hier eingekehrt. Der Wirt kann sich daran nicht mehr erinnern, ist jedoch großer Fan des Regisseurs, „vor allem vom Roten Kakadu“, einem Kinofilm aus dem Jahr 2003. Graf tauscht noch einige Worte mit der PR-Agentin seines Verlages aus, die die Interviewwünsche anlässlich seines neuen Buchs „Sein oder Spielen“ koordiniert. Der Zeitungsanfrage stimmt er zu, die des öffentlich-rechtlichen Kulturmagazins lehnt er ab: „Da werde ich nur verhackstückt.“ Das Buch liegt während des Interviews auf dem Tisch. Es hat einen sonnengelben Umschlag mit zinnoberroter Überschrift und erinnert an die Bücher aus dem März-Verlag, der in den 1970er-Jahren für viel Aufsehen gesorgt hat. Das Foto auf dem Cover wird im Gespräch noch eine Rolle spielen.

Dominik Graf, wie haben Sie den Vortag Ihres 20. Geburtstages erlebt?

Meines 20. Geburtstages … puh, ich habe keine Ahnung, wie kommen Sie darauf?

Das war der 5. September 1972, der elfte Tag der 20. Olympischen Spiele. Um 4.40 Uhr dringen acht Kämpfer der palästinensischen Terrorgruppe Schwarzer September in die Unterkünfte des israelischen Teams ein, erschießen den Ringertrainer Mosche Weinberg und den Gewichtheber Yossef Romano und nehmen neun weitere Israelis als Geiseln.

(überlegt) Ich war gerade aus dem Internat zurück. Nach sechs Jahren war ich aus Stein an der Traun nach München zurückgekehrt, wir waren so eine Clique versprengter junger Leute – und völlig entsetzt, denn diese Geiselnahme hat sich ja auch so wahnsinnig lange hingezogen.

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