David Schalko

David Schalko

„Wir leben in einer überempathischen Zeit.“

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  • Carolina Frank
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Zur Person

04. Januar 2021, Wien. David Schalko sitzt vor dem Laptop in der heimischen Küche, die E-Zigarette ist im Dauereinsatz. Der Regisseur und Autor genießt die wenigen ruhigen Tage des jungen Jahres, schon bald wird sich das Tempo ändern: Sein neuer Roman „Bad Regina“ erscheint, es folgt eine Serie auf Sky, zusammen mit Jan Böhmermann arbeitet er an einer Verfilmung von Straches Ibiza-Affäre. Schalko hat erkennbar Freude am Gedankenaustausch, er wäre ein guter Typ für eine Stammtischrunde – ein Ort der Debatte, den er sich zurückwünscht. Als Teil einer europäischen Kultur, die seiner Meinung nach in einer existenziellen Krise steckt.

Herr Schalko, weiß ein Autor mehr über die Figuren, über die er schreibt, als der Leser?

Das glaube ich nicht, nein. Am Anfang eines Buches vielleicht, da hat er noch einen Wissensvorsprung. Je weiter der Leser in der Geschichte vorankommt, desto mehr macht er sich ein eigenes Bild. Am Ende hat er dann sicher häufig ein anderes vor Augen, als der Autor es hatte. Unmöglich zu sagen, wer dann mehr weiß.

Sie geben als Autor also Ihre Figuren aus der Hand.

Ja, wobei dabei ein sehr intimer Austausch mit dem Leser stattfindet. Es werden ja schließlich eine Menge Dinge verhandelt. Das ist vergleichbar mit einem Gespräch, man kommuniziert sehr eng miteinander, aber wenn man am Ende die beiden Beteiligten fragt, was hängen geblieben ist, ergeben sich oft zwei unterschiedliche Sichtweisen.

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