Daniil Trifonov

Daniil Trifonov

„Wenn man Musik nicht liebt, gibt es keinen Grund, sie zu spielen.“

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10. August 2018, Salzburg. Es ist warm, schwül und eng hier, dennoch ist Mozarts Geburtshaus ein angemessener Ort für das Gespräch mit einem Pianisten, der als Wunderkind gilt. Spätestens seit Daniil Trifonov innerhalb eines Jahres beim Chopin-, Tschaikowsky- und Rubinstein-Wettbewerb Preise abräumte, reißen sich Konzertveranstalter und Journalisten um den 27 Jahre alten Russen. Trifonov jedoch hasst wenig mehr als Interviews. Für ihn ist mit der Musik alles gesagt. Zusammengesunken, beinahe autistisch sitzt er da, mit einer Begeisterung, als stünde ihm ein elfstündiges FBI-Verhör bevor. Die ersten zehn Minuten nimmt er keinerlei Augenkontakt auf. „Keine Sorge, das macht er immer so“, beschwichtigt sein Promoter. Dann taut er aber auf, erzählt von verschluckten Zähnen, Übungen im Schwimmbad und anderen ungewöhnlichen Wegen, das Klavierspiel noch besser zu machen.

Herr Trifonov, wie geht es Ihren Füßen?

Alles okay, wieso?

Es hieß, Sie hatten in New York einen Fahrradunfall und mussten mehrere Konzerte absagen.

Ach so, ja, das ist wieder in Ordnung. Ich musste leider die Premiere meiner Klavierquintett-Komposition verschieben. Aber es hat dann letzte Woche beim Verbier Festival geklappt.

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