Cynthia Plaster Caster

Cynthia Plaster Caster

„Ich war nie eine Femme Fatale.“

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Zur Person

10.10.2004, Filmhaus Köln. Die 12. ‚Feminale’ widmet dem Phänomen ‚Groupies’ ein Special, und mit Cynthia Plaster Caster hat man eine besondere Vertreterin der Zunft geladen: Die Groupie-Legende aus Chicago hat das Erstellen von Gips-Penissen zur Kunst erhoben. An der Bar gibt eine überraschend bodenständig wirkende Frau Auskunft über ihr Schaffen.

Cynthia, Ihr Künstlername Plaster Caster (übersetzt in etwa: ‚Gipsformerin’ – Anm. der Verf.) deutet es an: Sie waren und sind kein normales Groupie, denn Ihnen geht es darum, einen Gips-Abdruck vom Penis Ihrer Eroberungen zu nehmen. Wie haben Sie Ihr erstes berühmtes Modell Jimi Hendrix dazu bewegen können?

Cynthia Plaster Caster: Jimi kam damals zum ersten Mal in meine Heimatstadt Chicago, um zwei Konzerte an einem Tag zu spielen. Nach dem ersten folgten wir seiner Limousine zum Hotel. Als wir dort aus dem Wagen stiegen, stotterte ich ihn an: „We are the Plaster Casters of Chicago.“ Er meinte nur: „Ah ja. Jemandem aus dem Kosmos hat mir von euch erzählt. Kommt mit auf mein Zimmer, lasst uns das machen.“ Er war der Archetyp des bedröhnten Rockstars der Sechziger, ein hervorragendes Versuchsobjekt: Sehr umgänglich und geduldig, eher ruhig. Als er 15 Minuten im Gips feststeckte, beschwerte er sich nicht. (lacht) Er empfand das scheinbar als Sex mit der Gussform. Ich erinnere mich, dass er beim zweiten Konzert seine WahWah-Gitarre spielte, dabei immer „Plaster Plaster Plaster“ von sich gab und sich am Schwanz kratzte.

Waren Sie nicht nervös?

Doch, sicher. Er war einfach eine ‚Bigger than life’-Person. In dem winzig kleinen Zimmer trug er diesen riesigen Gaucho-Hut, und er hatte einen riesigen, leicht lila gefärbten Penis – wie viele Schwarze. Wir taten natürlich trotzdem so, als hätten wir das schon zig Mal gemacht.

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