Curtis Harding
„Ohne die Dunkelheit wüsste niemand, wie sich das Licht anfühlt.“
Zur Person
Curtis Harding wird am 11. Juni 1979 in Saginaw, Michigan geboren, reist mit seiner Mutter, einer Gospelsängerin, aber schon in jungen Jahren durch ein Dutzend Bundesstaaten. Animiert von seiner Schwester beginnt er mit 15 zu singen und schließt sich später der Musikszene von Atlanta an. Hier nimmt er 2014 auch sein erstes Album „Soul Power“ auf, das damals ein erneuertes Interesse an diesem Genre einläutet. In der Folge arbeitet Harding für den Modefotograf Hedi Slimane und ist in kleineren Filmrollen zu sehen. „Departures & Arrivals“ ist sein viertes Album. Aktuell lebt der Musiker in Los Angeles.
Berlin, 19. Juni. Es gibt kaum ein Foto von Curtin Harding, auf dem der Musiker nicht eine seiner extravaganten Sonnenbrillen trägt. Auch sein Outfit und der Sound seiner Songs lassen manchmal daran zweifeln, ob sich der Mann tatsächlich im Jahr 2025 aufhält. Reisen durch Zeit und Raum spielen auch auf seinem neuen Album „Arrivals & Departures“ eine Rolle, doch im Interview spricht Harding dann lieber über andere Dinge. Über seine Mutter zum Beispiel, über Essen und Gott, und darüber, ob auch Radiohead sexy sein können.
Mr. Harding, wie viele Sonnenbrillen besitzen Sie eigentlich?
Inzwischen eine ganze Menge tatsächlich. Ich bin lichtempfindlich, seitdem ich einmal einen kleinen Unfall hatte, meine Sonnenbrille ist also nicht nur ein modisches Statement. Aber es stimmt, ich habe viele davon, mittlerweile vielleicht 30. Manchmal bekomme ich welche von Fans geschenkt, und manchmal verschenke ich sie auch weiter. An meine Mutter um Beispiel.
Wenn es um materiellen Besitz geht, gibt es da etwas, das Sie schon Ihr ganzes Leben mit sich herumführen?
Da fielen mit tatsächlich nur zwei Dinge ein. Meine Gitarren und ein Ring, den mir mein Vater einmal gegeben hat. Er ist ein Souvenir aus seiner Zeit bei der Armee, und statt ihn zu tragen, bewahre ich ihn lieber an einem sicheren Ort auf. Abgesehen von solchen kleinen Familienerbstücken bedeutet mir materieller Besitz nicht besonders viel. So wie ich das sehe, umgeben sie uns für eine Weile, aber wir besitzen sie nie wirklich, denn schließlich müssen wir alle eines Tages sterben. Und dann freuen sich höchstens die Erben.