Clueso

Clueso

„Ich finde es nicht schlimm, wenn jemand in der Kunst ein Arschloch ist.“

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  • Jan Welchering
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Zur Person

28. Juli 2021, Berlin. Clueso wäre gerne woanders. Nicht unbedingt in diesem Augenblick, in dem der Lieferdienst sein Essen gebracht hat. Generell aber klingen die Songtitel seiner neuen Platte arg nach Fernweh: Take off. Flugmodus. 37 Grad. Etwa so heiß ist es auch in Berlin, als wir Clueso in einem Loft zum Gespräch beim Curry treffen. Seit 20 Jahren gelingt ihm die Quadratur des Kreises, ohne anzuecken. Clueso ist per Du mit street-krediblen Rappern und den Platzhirschen im Deutschpopgeschäft. Er ist Stadion und Studentenbude, Erfurt und weite Welt. Hat dieser Typ eigentlich auch Fehler, Laster, Feinde? Eine Annäherung, auch an die dunkle Seite.

Clueso, Ihr neues Album heißt schlicht: „Album“. Warum so bescheiden?

Ich war neulich mit meinem Freund Benjamin von Stuckrad-Barre spazieren und habe ihm erzählt, dass ich noch gar nicht weiß, wie ich meine neue Platte nennen soll. Und er meinte: Nenn sie doch „Album“! Ich dachte: Hammer – habe aber auch Schiss bekommen, denn vielleicht würde man es nicht verstehen. Hätte das dann jedoch irgendwann ein anderer Künstler gemacht, hätte ich mich geärgert.

Vom ersten Song an zieht sich eine Reise- und Fernwehthematik durch das Album. Wie kam das?

Das ist bei meinen Alben komischerweise immer so. Obwohl „Handgepäck“ ja eigentlich das Reisealbum war, steckt im neuen eine riesige Sehnsucht drin. Gerade weil wir in der Pandemie nicht reisen konnten. Man musste sich rausträumen.

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