Claudia Roth

Claudia Roth

„Die AfD ist Rassismus im Nadelstreifenanzug mit einem Glas Champagner in der Hand.“

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  • Stefan Kaminski, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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Zur Person

29.09.2014, Augsburg, 10 Uhr morgens in einem Kaffeehaus. Claudia Roth ist gut aufgelegt, sie ist, anders als ihr Interviewer, begeisterte Frühaufsteherin. Sie ist jetzt Bundestagsvizepräsidentin und wenn nicht alles täuscht, macht ihr das Amt Spaß. Zwischen Cappuccino und Kuchen springen wir thematisch fröhlich zwischen Asylpolitik, Dirndl und dem Sex-Appeal der Macht hin und her. Fragen nach der Brotzeitdose findet sie dabei verwirrender als zu Wladimir Putins Pendant in der Fischwelt. Kein Wunder, bei einer Frau, die statt militärischem Pomp das Rezitieren von Brecht-Gedichten vorschlägt als Rahmenprogramm für große Staatsempfänge.

Frau Roth, wann stehen Sie in der Regel morgens auf?

Claudia Roth: Eigentlich sehr früh. Als ich Pressesprecherin war, musste ich immer extrem früh raus, und auch als Vorsitzende gibt es diese frühmorgendlichen Radiointerviews. Dann muss man um sechs Uhr morgens etwas zur Weltwirtschaftskrise sagen. Aber das hören eben einfach ganz viele Leute. So spätestens um sieben Uhr stehe ich auf, ganz selten um acht.

Haben Langschläfer in der Politik überhaupt Chancen?

Wenn man sich so eine typische Woche in Berlin anschaut, da gibt es schon sehr viele wichtige Termine, die um acht Uhr morgens anfangen, zu denen man pünktlich da sein muss. Bundestagssitzungen fangen auch oft um neun Uhr an, da gibt es dann einen Vorlauf, der um sieben beginnt. Also, Langschläfer... Nein, nein, das klappt nicht. Und in den Bundestag reinsetzen und ausschlafen geht auch nicht. Das würde ich gleich abmahnen.

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