Blixa Bargeld

Blixa Bargeld

„Die Mächtigen lieben den Krieg.“

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Zur Person

29.09.2014, Berlin. Blixa Bargeld ist Deutschlands wichtigste Stimme der Avantgarde. Wenn diese sich dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren widmet, darf man auf ein ungewöhnliches Ergebnis hoffen. Tatsächlich ist „Lament“ von Bargelds Gruppe, den Einstürzenden Neubauten, ein bewegendes und nicht selten komisches Werk, das sein Schlaglicht auf die skurrileren Facetten seines Themas wirft. Entsprechend entspannt und auskunftsfreudig gibt sich Bargeld im Interview. Der 55-Jährige denkt und spricht international, mal Deutsch, mal Englisch. Das Thema Erster Weltkrieg ist ernst, gelacht wird trotzdem viel.

Blixa Bargeld, Sie erhielten von der Region Flandern die Anfrage, eine Performance zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren auf die Beine zu stellen. Wie näherten Sie sich diesem Auftrag?

Blixa Bargeld: Wir haben erst einmal zwei wissenschaftliche Mitarbeiter an Bord genommen, einen Historiker sowie eine Linguistin und Literaturwissenschaftlerin, denn mir war klar, dass eine Menge Forschungsarbeit auf uns zukommen würde.

Es gibt aber doch schon hunderte historische Abhandlungen über diesen Krieg.

Das schon. Ich war jedoch ausdrücklich auf der Suche nach Aspekten, von denen ich annehmen konnte, dass sie am Ende des Jahres 2014 noch nicht komplett ausgetreten und abgenutzt sein würden. Mir war klar, dass viele neue Bücher erscheinen würden, dass es Dokumentationen und historische Diskussionen geben würde. Sich von dieser Erinnerungsmühle abzusetzen: Das war unser Ziel. Es war naheliegend, uns mit Dingen zu beschäftigen, die im weitesten Sinne mit Musik und Klängen zu tun haben.

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