Aubrey Powell

Aubrey Powell

„Die Kuh ist ein Meisterwerk.“

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Zur Person

14. September 2018, Dortmund. Rund um das Deutsche Fußballmuseum versammeln sich die ersten Zuschauer des Abendspiels zwischen dem heimischen BVB und Eintracht Frankfurt. Ein paar Hundert Meter weiter, im Foyer des „Dortmunder U“, fliegen keine Fußbälle – hier fliegt ein riesiges, aufgeblasenes Schwein. Pink Floyd sind in der Stadt, oder besser: ihre sterblichen Überreste: „Their Mortal Remains“ heißt die umfassende Ausstellung über die legendäre Band. Neben Drummer Nick Mason ist auch der Kreativchef Aubrey Powell vor Ort. Der Mann mit der markanten Brille war Teil des Artwork-Kollektivs Hipgnosis und damit nicht nur für das legendäre Plastikschwein, sondern auch für das Design unzähliger klassischer Rock-Alben verantwortlich. Ein Gespräch über Kühe, brennende Männer und die berechtigte Angst, mit dem Schwein ein tragisches Unglück zu verursachen.

Mr. Powell, seit zwei Wochen sind Sie in der Stadt und arbeiten an dieser Ausstellung über das Wirken und Schaffen der Band Pink Floyd. Wie gefällt Ihnen Dortmund?

Um ehrlich zu sein, habe ich von der Stadt bislang nichts gesehen, außer der Pizzeria um die Ecke. Ansonsten war ich die ganze Zeit beschäftigt.

Klingt, als wäre diese Ausstellung eine Mammutaufgabe.

Als ich die Idee zu dieser Ausstellung hatte, sagten die Bandmitglieder: „Okay, wenn du das hinbekommst, aber wir wollen da nicht allzu sehr involviert sein.“ Ich nahm mir die verbliebenen Artefakte der Band vor, ging durch Lagerhallen und schaute mir das Archiv des Pink Floyd-Schlagzeugers Nick Mason an. Mir war sofort klar, dass hier unglaubliche Dinge schlummern. Einmal ging ich in eine Fabrikhalle, und in der Ecke lagen 30 der Plastikschweine aus den Shows der 70er-Jahre, fein säuberlich übereinandergestapelt – was für ein surrealer Anblick! Dann öffnete ich eine riesige Kiste, darin fand ich die Puppe der Ehefrau aus der Tournee zu „The Wall“, 20 Meter groß, völlig intakt. Wunderbar. Schließlich war ich bei Roger Waters zu Hause, wo ich die Originaltexte von „The Wall“ fand, handgeschrieben auf DIN-A4-Bögen. Das sind kulturelle Schätze, ein faszinierendes Stück Musik-Geschichte, das auch für kommende Generationen noch interessant sein wird.

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