Alice Sara Ott
„Tradition darf nicht zur Limitation werden.“
Zur Person
Alice Sara Ott (geboren am 1. August 1988 in München) erhielt bereits mit vier Jahren auf eigenen Wunsch Klavierunterricht. Schon als Kind nahm sie erfolgreich an ersten Musikwettbewerben teil. Mit 19 Jahren bekam sie einen Exklusiv-Vertrag bei der Deutschen Grammophon. Sie zählt zu den weltweit gefragtesten Pianistinnen und gastierte gemeinsam mit renommierten Orchestern bereits in den größten Konzerthäusern der Welt. Alice Sara Ott hebt sich besonders durch ihre unkonventionelle Herangehensweise ab. Sie spielt meist barfuß und sucht die Interaktion mit dem Publikum. 2019 machte sie ihre Multiple-Sklerose-Erkrankung öffentlich. Ihre zahlreichen Kollaborationen umfassen Werke mit Bryce Dessner (The National), Chilly Gonzales oder Ólafur Arnalds. In der Saison 2025/2026 ist sie Artist in Residence im Konzerthaus Berlin.
25. Februar 2026, Prag. Alice Sara Ott spielt gerne Videospiele auf ihrer Nintendo-Konsole, auch um sich vor Konzerten die Finger aufzuwärmen. Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist die Pianistin eher unkonventionell. Sie scheut sich nicht vor Kollaborationen mit Künstlern außerhalb der Klassikszene und hat der starren Auftrittskultur im Konzertsaal den Rücken gekehrt. Warum sie die Frage nach ihrer Herkunft nicht mag, sie der Meinung ist, dass man als Performerin das Publikum mitdenken sollte und wie sie ihre größte Krise als Künstlerin überwunden hat, erzählt sie im Gespräch.
Alice Sara Ott, wir haben eine gemeinsame Leidenschaft: Whisky. Welcher ist Ihr Favorit?
Ich mag die sehr rauchigen, wie zum Beispiel Caol Ila oder Octomore. Zu Hause habe ich eine große Whisky-Kollektion, teilweise auch mit außergewöhnlichen Abfüllungen. Ich besitze auch recht viele japanische Whiskys, unter anderem eine besondere Edition der Nikka Distillery: Tsuru. Diese Edition ist nicht in einer Flasche abgefüllt, sondern kommt in einem weißen Keramik-Dekanter. Davon gibt es anscheinend nicht so viele Exemplare, ich weiß allerdings nicht genau, was sie wert ist. Spielt aber auch keine Rolle, denn sie ist längst ausgetrunken. (lacht) Obwohl ich zugeben muss, dass ich meine Sammlung schon länger nicht mehr angerührt habe. Mittlerweile bin ich auf Wein umgestiegen. Da mag ich aber auch die, die im Eichenfass gelagert sind.
Wann gönnen Sie sich einen guten Tropfen?
Meistens in Kombination mit gutem Essen und wenn ich mit Freunden zusammen bin. Für mich steht der gesellige Aspekt im Vordergrund. Generell auch eher abends, alles andere wäre ein bisschen bedenklich.