Albrecht Beutelspacher

Albrecht Beutelspacher

„Genies wissen genau, wann sich ein Gedanke lohnt.“

Fotos:
  • Marina Weigl
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Zur Person

18.05.2016, Gießen. Kurz vor 10 Uhr. Eine Horde Grundschüler läuft freudig lärmend auf das Mathematikum zu, dem weltweit ersten Mitmachmuseum für Mathematik. Auf den Stufen begrüßt uns Deutschlands populärster Mathematiker und Gründer des Hauses, Professor Albrecht Beutelspacher, und geleitet uns in das oberste Stockwerk des ehemaligen Hauptzollamtes. In einem leeren Ausstellungssaal rücken wir für das Gespräch erst einmal gemeinsam Tisch und Stühle zurecht, wie einst in der Schule. Der Beginn einer tollen Doppelstunde Mathe über das Verrechnen, Aha-Momente und das Positive an der NSA.

Herr Beutelspacher, wann haben Sie sich das letzte Mal verrechnet?

Das weiß ich nicht genau. Ich verrechne mich laufend. Ich kann nicht besonders gut rechnen.

Ist das für einen Mathematiker nicht problematisch? Oder ist die Kunst des Rechnens in der Wissenschaft gar nicht so entscheidend?

Ich will das gar nicht entschuldigen. Es wäre auch schön, wenn ich virtuos mit großen Zahlen umgehen könnte. Wenn hier im Mathematikum die Kassenabrechnung nicht genau stimmt, ruft am nächsten Tag die Sparkasse an und fragt, ob wieder der Chef gezählt hat (lacht). Aber im Ernst: Betrachtet man Mathematik von der anderen Seite, ist sie eigentlich die Kunst, das Rechnen zu vermeiden.

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