Achim Reichel

Achim Reichel

„Alter Schwede, habe ich das alles selbst erlebt?“

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Zur Person

20. Dezember 2018, Hamburg. Nebel liegt über der Hansestadt, es herrscht eine eigentümliche Ruhe. Kurz vor dem Weihnachtsfest scheinen alle noch einmal durchzuatmen. Auch im Studio von Achim Reichel geht es an diesem Nachmittag eher gemütlich zu. An der Wand hängen Bilder, die ihn zusammen mit Paul McCartney zeigen, auf einem riesigen Porträt steckt der junge Reichel dem Betrachter die Zunge entgegen, überall lagern Gitarren, Notizen, Textbücher. Mittendrin der Musiker selbst, strubbeliges Haar, Wollpulli, hanseatisch klar und direkt: „So, denn lass’ uns mal loslegen!“

Herr Reichel, wann haben Sie das letzte Mal Fanpost bekommen?

Vorgestern. Im Moment freuen sich alle darüber, dass ich noch mal eine Tournee mache. Zum neuen „Best of“-Album habe ich einen älteren Song neu bearbeitet und arrangiert, der heißt „Halt die Welt an“. Komisch, dachte ich mir, da wirst du jetzt 75 Jahre alt und willst noch mal die Welt anhalten! Ich habe ein paar nachdenkliche Zeilen zum Ursprungstext zugefügt und das Lied neu aufgenommen, und da kommen jetzt Mails von Fans, die mir sagen, wie super sie die neue Version finden. Darüber freue ich mich natürlich.

Gibt es einen typischen Reichel-Fan?

Ich denke schon, wobei das erstaunlich ist, da ich in meiner Karriere ja nie bei einem Ding geblieben bin. Es gibt aber Leute, die genau das zu schätzen wissen und denken: Hey, der passt sich nicht irgendwelchen Markt-Gegebenheiten an oder hängt die Fahne in den Wind. Da gibt es also schon richtige Reichel-Fans, die fahren dann ganze Tourneen mit und wenn man sie nach einem Konzert trifft, sagen sie: „Also dieser eine Song, der gestern so grandios war – der war aber heute nicht so dolle.“

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