lit.RUHR 2026
Festivaljubiläum im Ruhrgebiet: Programm für 2026 vorgestellt
Foto: Ralf Juergens
Seit 2017 bringt die lit.RUHR große Namen aus Literatur, Kultur, Medien und Wissenschaft ins Ruhrgebiet und hat sich als feste Größe im regionalen und deutschen Festivalkalender etabliert. Zum zehnten Mal lädt das Literaturfestival in diesem Jahr nach Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Oberhausen ein. Für die Jubiläumsausgabe vom 7. bis 11. Oktober hat die lit.RUHR nun ihr Programm vorgestellt: Insgesamt 69 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, ergänzt durch 37 Angebote der lit.kid.RUHR für Kinder und Jugendliche.
Den Auftakt macht in diesem Jahr „Jubel und Radau, Literatur und Rambazamba – 10 Jahre lit.RUHR!“. Katharina Thalbach und Sabin Tambrea lesen Texte über Feste, bei denen Hemmungen schwinden und Grenzen fallen – begleitet von Special Guest Fritz Eckenga, Songwriter Betterov und Moderatorin Katty Salié. Schauplatz des Jubiläumsabends ist die Lichtburg Essen.
Auch im weiteren Programm treffen bekannte Stimmen auf aktuelle Themen. Dörte Hansen, eine der prägenden Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, stellt ihren neuen Roman „Broder“ vor. Robert Habeck richtet in „Arctic Meltdown“ den Blick auf die Arktis als Schauplatz von Klimakrise, geopolitischen Konflikten und dem Wettlauf um Rohstoffe. Der schwedische Bestsellerautor Alex Schulman ist erstmals zu Gast und bringt mit „Jetzt beginnt das Leben“ einen Roman über Erinnerung, Familie und einen Wendepunkt im Leben seines Protagonisten Vidar mit.
Politische und gesellschaftliche Fragen ziehen sich ebenfalls durch das Festival. Schauspieler Matthias Brandt erinnert in „Nein sagen“ an den Widerstand des 20. Juli 1944 und spricht gemeinsam mit der Historikerin Ruth Hoffmann über Verantwortung und den Umgang mit dem erstarkenden Rechtsextremismus. Carolin Emcke, die seit Jahren zu Menschenrechten und gesellschaftlicher Verantwortung publiziert, diskutiert mit Lena Gorelik über Erinnerung, Empathie und radikalen Humanismus.
Besonders eng mit der Region verbunden ist die Reihe „Nachbarschaft im Revier – die andere Seite der Maloche“ der RAG-Stiftung. Frank Goosen und Büdchenbesitzerin Verena-Kristina Kirchberg sprechen über Trinkhallen und Kneipen als Orte des sozialen Miteinanders. Dietmar Bär, Anna Schudt und Thomas Böhm folgen den Spuren prominenter Besucher:innen des Ruhrgebiets, während Saba-Nur Cheema, Meron Mendel und Harald Welzer über Streitkultur, Polarisierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt diskutieren. „Die lit.RUHR macht auch im Jubiläumsjahr sichtbar, was das Ruhrgebiet auszeichnet: Zusammenhalt, Dialog und die Fähigkeit, gesellschaftliche Themen offen zu diskutieren“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia von der RAG-Stiftung im Pressetext.
Auch die Reihe der Metropolenschreiber Ruhr, die von der Brost-Stiftung unterstützt wird, setzt einen regionalen Akzent. Der aktuelle Metropolenschreiber Peter Neumann trifft auf die Schriftstellerin und ehemalige Weltklasse-Leichtathletin Ines Geipel. Gemeinsam sprechen sie über Herkunft, gesellschaftliche Transformation und den unterschiedlichen Umgang mit Geschichte in Ost und West. Weitere literarische Gäste sind unter anderem Judith Hermann, Tupoka Ogette, Edgar Selge, Sven Regener, Saša Stanišic und Christoph Kramer. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann widmet sich ein eigener Abend der österreichischen Schriftstellerin.
Die lit.RUHR nutzt dabei zahlreiche charakteristische Spielorte des Ruhrgebiets: gelesen und diskutiert wird unter anderem auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, in der Lichtburg Essen, dem Ebertbad und Theater Oberhausen, der KAUE Gelsenkirchen, der Messe Essen und dem Planetarium Bochum.
Ein fester Bestandteil des Festivals ist seit zehn Jahren die lit.kid.RUHR. Mit 37 Veranstaltungen vom Vorschulalter bis zum jungen Erwachsenenalter richtet sie sich an die nächste Generation von Leser:innen. 30 kostenlose KlasseBuch-Veranstaltungen bringen Schulklassen aus dem gesamten Ruhrgebiet mit Autor:innen zusammen. Erstmals geht das Programm dafür auch nach Hagen und Dortmund. Zu Gast sind unter anderem die walisische Autorin Caryl Lewis, Comickünstler Flix, „Ritter Rost“-Autor Jörg Hilbert und „Die Schule der magischen Tiere“-Autorin Margit Auer.
Auch Teilhabe und Barrierefreiheit spielen eine wichtige Rolle. Drei Veranstaltungen sind mit Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gezielt barrierearm gestaltet. So wird Howard Pyles „Robin Hood“ in einfacher Sprache gelesen, während weitere Angebote etwa eine blinde Kommissarin oder den inklusiven Sport in den Mittelpunkt stellen. Für alle KlasseBuch-Veranstaltungen kann zudem eine Übersetzung in deutsche Gebärdensprache gebucht werden.
Das Familienprogramm ergänzt die lit.kid.RUHR mit bekannten Figuren und Geschichten: Alexander Steffensmeier feiert 20 Jahre „Lieselotte“, Philipp Schepmann bringt den kleinen Drachen Kokosnuss auf die Bühne und Alice Pantermüller liest aus „Mein Lotta-Leben“. Im Planetarium Bochum nehmen Heino und Dagmar Falcke Kinder mit auf eine Reise zur Entstehung der Erde.
Tickets für die lit.RUHR 2026 sind seit dem 9. September erhältlich. Weitere Informationen zum Programm und zu den Spielorten sind auf der Website des Festivals verfügbar.